Wald

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Die Abfolge der extremen Hitze- und Trockenjahre 2015, 2018, 2019, 2022 und 2023 hat zu grossflächigen Schäden im Wald geführt.43, 44 In weiten Teilen der Schweiz waren nicht nur empfindliche Baumarten wie die Fichte und immer häufiger auch die Buche45 betroffen, sondern auch viele andere Baumarten wie z. B. die Weisstanne.46

Die durch Hitze und Trockenheit geschwächten Wälder sind nicht nur anfälliger geworden gegenüber Störungen wie Waldbrand und Sturm, sondern auch gegenüber Krankheiten und Schädlingen, die sich bei erhöhten Temperaturen besser entwickeln können.46 Folgen waren beispielsweise Schädigungen durch Borkenkäfer in Fichtenwäldern Zentraleuropas in noch nie gesehenem Ausmass47 oder die weitere Verbreitung besonders problematischer Arten wie des Asiatischen Laubholzbockkäfers.46 Durch solche Folgen wird die Fähigkeit von Wäldern gefährdet, auch weiterhin als Kohlenstoffsenke zu wirken.48

Die Veränderung des Klimas setzt vor allem die Bäume in den tieferen Lagen der Schweiz zunehmend unter Stress, was ihre Anfälligkeit für Extremereignisse erhöht.22 Dies betrifft insbesondere die häufig in der Schweiz vorkommenden Baumarten Fichte, Buche und Tanne.46, 158 Die zukünftige Waldentwicklung wird deshalb stark durch Stürme, Insektenbefall, Brände sowie Hitze- und Trockenperioden geprägt,159, 160 auch in höheren Lagen.

Aufgrund der Einwirkungen des Klimawandels auf den Wald sind viele von der Gesellschaft nachgefragte Ökosystemleistungen zukünftig gefährdet, von der Kohlenstoffspeicherung über die nachhaltige Produktion von Holz bis zur Schutzwirkung vor Naturgefahren.161, 162

Minderung

Die nachhaltige Nutzung von Holz als Baustoff im Rahmen einer möglichst regionalen Kreislaufwirtschaft könnte einen wichtigen Beitrag zum Netto-Null-Treibhausgas-Ziel des Bundesrats leisten.284, 285 Die Minderung des Klimawandels durch Aufforstung ist erfolgversprechender, wenn Holz genutzt und für die Substitution von energieintensiven Baustoffen wie Stahl und Zement verwendet wird, als wenn der Vorrat im Wald erhöht bzw. die Nutzung reduziert wird.284

Die direkte energetische Nutzung von Holz (Substitution fossiler Brennstoffe) sollte auf Schadholz und Sägereiabfälle beschränkt werden, da die damit verbundenen Feinstaubemissionen gesundheitsschädlich sind und kein zusätzlicher Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden wird. Die verstärkte Nutzung und Verwendung von Holz folgt idealerweise dem Prinzip der Kaskadennutzung mit stofflicher Erstnutzung, Recycling, Zweitnutzung und letztlich energetischer Nutzung.46, 284 Derzeit besteht der grösste Handlungsbedarf darin, die stoffliche Nutzung von Holz zu stärken. Aufgrund der betrieblichen und ökonomischen Rahmenbedingungen wird heute ein Grossteil des Holzes (56 %) direkt energetisch genutzt.46

Anpassung

Bei der Waldbewirtschaftung geht es um eine umfassende Erhöhung der Vielfalt bezüglich Bestandsstrukturen, Baumarten und Genpool, mit dem Ziel, die Wälder mittel- und langfristig widerstands- und anpassungsfähiger gegenüber dem Klimawandel zu machen.

Neben einer Anpassung der waldbaulichen Verfahren kann auch das kontrollierte Einbringen von Baumarten, welche mit den zukünftigen Klimabedingungen zurechtkommen, eine sinnvolle Massnahme sein.286 Das Ziel einer nachhaltigen, integrativen Waldbewirtschaftung ist es deshalb, vielfältige, naturnahe und dadurch widerstandsfähige Wälder aus zukunftsfähigen Baumarten anzustreben, die es erlauben, Holz zu ernten und die Kohlenstoffspeicherung in einem zukünftigen Klima zu gewährleisten, ohne andere wichtige Waldleistungen zu beeinträchtigen.287

Brennpunkt Klima Schweiz

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