Minderung
Die nachhaltige Nutzung von Holz als Baustoff im Rahmen einer möglichst regionalen Kreislaufwirtschaft könnte einen wichtigen Beitrag zum Netto-Null-Treibhausgas-Ziel des Bundesrats leisten.284, 285 Die Minderung des Klimawandels durch Aufforstung ist erfolgversprechender, wenn Holz genutzt und für die Substitution von energieintensiven Baustoffen wie Stahl und Zement verwendet wird, als wenn der Vorrat im Wald erhöht bzw. die Nutzung reduziert wird.284
Die direkte energetische Nutzung von Holz (Substitution fossiler Brennstoffe) sollte auf Schadholz und Sägereiabfälle beschränkt werden, da die damit verbundenen Feinstaubemissionen gesundheitsschädlich sind und kein zusätzlicher Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden wird. Die verstärkte Nutzung und Verwendung von Holz folgt idealerweise dem Prinzip der Kaskadennutzung mit stofflicher Erstnutzung, Recycling, Zweitnutzung und letztlich energetischer Nutzung.46, 284 Derzeit besteht der grösste Handlungsbedarf darin, die stoffliche Nutzung von Holz zu stärken. Aufgrund der betrieblichen und ökonomischen Rahmenbedingungen wird heute ein Grossteil des Holzes (56 %) direkt energetisch genutzt.46
Anpassung
Bei der Waldbewirtschaftung geht es um eine umfassende Erhöhung der Vielfalt bezüglich Bestandsstrukturen, Baumarten und Genpool, mit dem Ziel, die Wälder mittel- und langfristig widerstands- und anpassungsfähiger gegenüber dem Klimawandel zu machen.
Neben einer Anpassung der waldbaulichen Verfahren kann auch das kontrollierte Einbringen von Baumarten, welche mit den zukünftigen Klimabedingungen zurechtkommen, eine sinnvolle Massnahme sein.286 Das Ziel einer nachhaltigen, integrativen Waldbewirtschaftung ist es deshalb, vielfältige, naturnahe und dadurch widerstandsfähige Wälder aus zukunftsfähigen Baumarten anzustreben, die es erlauben, Holz zu ernten und die Kohlenstoffspeicherung in einem zukünftigen Klima zu gewährleisten, ohne andere wichtige Waldleistungen zu beeinträchtigen.287