Eis und Schnee

Diese Themenansicht bündelt alle Unterkapitel zum Thema «Eis und Schnee» und reiht sie übersichtlich nacheinander auf – für einen schnellen, themenspezifischen Überblick.

Der zunehmende Einfluss des Klimawandels auf die Kryosphäre in den Schweizer Alpen zeigt sich in den Messdaten.49, 50, 51, 52 Der generelle Trend hat sich fortgesetzt und teilweise beschleunigt: So haben die Dauer und Mächtigkeit der winterlichen Schneedecke abgenommen,26, 54 die Gletscher haben an Masse verloren und sind weiter zurückgegangen, der Permafrost hat sich erwärmt und das Bodeneis hat abgenommen.

Für Schnee, Gletscher und Permafrost wurden in den Jahren 2022 und 2023 wiederholt neue Rekordwerte im Vergleich zu den langjährigen Messreihen verzeichnet: Die Schneedecke war noch nie so geringmächtig wie im Winterhalbjahr 2022/2023.411 Die Gletscher haben in den Jahren 2022 und 2023 die höchsten, respektive zweithöchsten Schmelzraten erlebt. Im Permafrost wurden nach den Hitzesommern 2022 und 2024 Rekordwerte der Bodentemperaturen und der Dicke der sommerlichen Auftauschicht gemessen.49, 50, 51, 52, 54 Zwischen den Perioden 1961–1990 und 1991–2020 sank die Zahl der Schneefalltage um etwa 7–12 Tage je nach Region.9 Dies entspricht einem Rückgang von 30–40 % im Schweizer Mittelland.9

Die Degradation des Permafrosts trägt zur Abnahme der Stabilität von steilen Gebirgsflanken bei und führt zu einer Vergrösserung von mobilisierbarem Lockermaterial. Bei einigen Rutschungen (z. B. Moosfluh am Grossen Aletschgletscher 2016), Murgängen oder Bergstürzen aus Permafrost wird ein Zusammenhang mit Erwärmung und Eisverlust vermutet (z. B. Pizzo Cengalo 2017409, Piz Scerscen 2024410).

Mit der weiter ansteigenden Nullgradgrenze und den damit verbundenen Änderungen in der alpinen Kryosphäre steigt das Naturgefahrenpotenzial und die Wahrscheinlichkeit für Rutschungen, Murgänge oder Bergstürze aus diesem Gebiet. Zunehmende Hangdeformationen und Bodensetzungen aufgrund von Permafrosterwärmung und Verlust von Bodeneis führen zu einem aufwändigeren Unterhalt und einer verkürzten Nutzungsdauer von Infrastrukturen.163, 164

Wegen der höheren Temperaturen wird im Winter Regen bis in grosse Höhen fallen und dadurch werden Regenfälle auf geschlossene Schneedecken in den Voralpen und Alpen wahrscheinlicher.165 Dabei können kombinierte Lawinen-Murgang-Ereignisse ausgelöst werden. Diese weisen spezielle Eigenschaften bezüglich Fliess- und Erosionsverhalten auf, da sehr wässrige Geröllmassen schneller und weiter fliessen oder mehr Zerstörungskraft aufweisen können als Murgänge und Lawinen für sich allein.166

Massenbewegungen im Gebirge können Prozessketten (kaskadenartige Extremereignisse) auslösen. Solche Prozessketten werden in Zukunft zunehmen166, 167, 168 und können regional und lokal zu neuen oder veränderten Gefahrensituationen durch Naturgefahren (wie Murgänge oder Felsstürze) führen.

Anpassung

Die Entwicklung alternativer Tourismuskonzepte kann zur Abfederung der abnehmenden Schneesicherheit in vielen Wintersportgebieten dienen. Alternativ besteht für einige Regionen die Option, ihre Abhängigkeit vom Tourismus durch den Ausbau anderer Wirtschaftssektoren zu verringern.288

Für einen nachhaltigen Betrieb von Infrastruktur im Hochgebirge sollten Permafrostbedingungen und deren Veränderung in die Planung mit einbezogen werden. Um sich auf die sich verändernden alpinen Risiken im Bereich Felsstürze, Lawinen, Murgänge und Überschwemmungen anzupassen, ist ein angepasstes Naturgefahrenmanagement wichtig, wie z. B. das Erkennen neuer Gefährdungsbereiche, Frühwarnsysteme oder Schutzmassnahmen.289

Brennpunkt Klima Schweiz

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