Europa

Diese Themenansicht bündelt alle Unterkapitel zu Klimaaspekten auf europäischer Ebene und reiht sie übersichtlich nacheinander auf – für einen schnellen, themenspezifischen Überblick.

Der Vergleich mit der vorindustriellen Referenzperiode (1850–1900) zeigt, dass die durchschnittliche europäische Erdoberflächentemperatur im Zeitraum 2015–2024 etwa 2,19–2,26 °C höher lag als damals.6 Der grösste Teil dieser Erwärmung (1,7 °C) ist seit den 1980er-Jahren erfolgt.D In dieser Periode hat sich Europa doppelt so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt und ist damit der sich am schnellsten erwärmende Kontinent der Erde.8 Die aktuelle Forschung zeigt, dass sich Zentraleuropa stärker erwärmt hat als in regionalen Klimamodellen projiziert.9

Der Westen Zentraleuropas ist eine der Regionen auf der Welt, welche die meisten und/oder grössten Veränderungen bei Extremereignissen und Einflussfaktoren aufweisen:21 (Fig. SPM. 3)

  • Die Schweiz und Westeuropa gehören zu den 5 % der Landregionen weltweit, die seit 1951 die stärkste Zunahme extremer Hitze verzeichneten.5, 9, 18 Die heissesten Tage und Nächte pro Jahr haben sich seit 1901 um etwa 3,5 bzw. 4,5 °C erwärmt.9 Die Zunahme ist in Europa ungefähr 1,5-mal stärker als im globalen Mittel17 und stärker als aufgrund von Modellsimulationen erwartet.
  • Die Häufigkeit von extremer Bodentrockenheit hat sich über Europa zwischen 1991 und 2021 um das 1,2-fache erhöht, die von extremer Lufttrockenheit sogar um das 1,6-fache. Die Häufigkeit des gleichzeitigen Auftretens beider Trockenheiten hat im selben Zeitraum sogar um das 1,7-fache zugenommen.22
  • Extreme Niederschläge kommen in Europa etwa 1,5-bis 2-mal so häufig vor wie im globalen Durchschnitt.23, 24

In den meisten europäischen Ländern sind die produktionsbasierten Pro-Kopf-Emissionen in den letzten zehn Jahren zurückgegangen.87 In einigen Ländern (inkl. DE, FR, UK, IT, ESP) sind auch die konsumbasierten Emissionen gesunken.84, 88

Dieser Emissionsrückgang erfolgte parallel zu einem anhaltenden Wirtschaftswachstum.89 Dies deutet auf eine Entkopplung von Emissionen und Wirtschaftswachstum hin. Mit Ausnahme Dänemarks und des Vereinigten Königreichs, wo die Emissionen seit ihrem Höchststand um fast 50 % zurückgegangen sind, liegt die Rückgangsrate aber immer noch weit unter dem Niveau, das mit einer Begrenzung der durchschnittlichen globalen Erwärmung auf 1,5 °C vereinbar wäre.84, 87, 90

Klimapolitische Massnahmen auf EU- und nationaler Ebene haben zu dem beobachteten Rückgang der Emissionen in ganz Europa beigetragen. Zu diesen Massnahmen gehören Emissionsnormen für Gebäude und Fahrzeuge, Energieeffizienzstandards für Haushaltsgeräte und andere Maschinen, Fördermassnahmen für kohlenstoffarme Technologien wie erneuerbare Energieerzeugung und Elektrofahrzeuge sowie Mechanismen zur Bepreisung von Kohlenstoff, wie beispielsweise Kohlenstoff-Steuern auf nationaler Ebene oder das EU-Emissionshandelssystem.87, 91, 92

Bis 2020 verfügten mehr als 30 Staaten in Europa über eine nationale Anpassungsstrategie oder einen nationalen Anpassungsplan.108 Auf regionaler Ebene wurde 2021 die Europäische Anpassungsstrategie verabschiedet, deren Schwerpunkt auf einer datengestützten, schnelleren und systematischeren Anpassung liegt.112, 113

Bereits 51 % der europäischen Städte verfügen über spezifische Klimaanpassungspläne und haben mit deren Umsetzung begonnen (2018 waren es nur 26 %). Viele Städte setzen verstärkt auf Massnahmen wie klimaresistente Gebäude, naturbasierte Lösungen (engl. «Nature-Based Solutions») und technologische Frühwarnsysteme.114

Trotz dieser Entwicklungen schreitet die Anpassung immer noch zu langsam voran oder verläuft gar rückwärts. Die wirtschaftlichen Verluste durch wetter- und klimabedingte Extremereignisse sind stärker angestiegen als die Wirtschaft gewachsen ist.115 Ausserdem besteht nach wie vor ein Mangel an Daten zu den wichtigsten Klimaindikatoren und deren europaweit koordinierte Erfassung ist nicht gewährleistet.116

Brennpunkt Klima Schweiz

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