Wasser

Diese Themenansicht bündelt alle Unterkapitel zum Thema «Wasser» und reiht sie übersichtlich nacheinander auf – für einen schnellen, themenspezifischen Überblick.

Die Saisonalität der Abflüsse hat sich insbesondere in schnee- und gletscherbeeinflussten Einzugsgebieten stark verändert, wobei die Niederschlagssummen und Abflüsse im Winter zu- und im Sommer und Herbst abgenommen haben.27

Neben der Abflusssaisonalität haben sich auch die hydrologischen Extremereignisse verändert: Trockenheit und hohe Wassertemperaturen sind häufiger und intensiver geworden.28 Veränderungen im Hochwassergeschehen sind weniger eindeutig erkennbar, da Hochwasser natürlicherweise stark von Jahr zu Jahr schwanken und zusätzliche Schutzmassnahmen Wirkung zeigen.29

Der massive Verlust an Gletschervolumen wird während trockenen und heissen Perioden die Wasserverfügbarkeit und Stromproduktion spürbar verringern, da die Schmelzwassermenge wegen der schwindenden Schnee- und Eismassen weiter abnehmen und die Verdunstung zunehmen wird. Quellen, aber auch das Grundwasservolumen, können zukünftig in längeren Trockenphasen an Ergiebigkeit einbüssen. Dadurch wird sich die Wasserkonkurrenz zwischen landwirtschaftlicher Nutzung, Stromproduktion, Trinkwasserversorgung, industrieller Nutzung und Gewässerschutz weiter verschärfen.140

Neben einer Abnahme des Sommerabflusses wird eine Verringerung der Wasserqualität in Seen aufgrund steigender Wassertemperaturen, häufigeren Trockenperioden und geringerer Durchmischung erwartet.27, 29, 141, 142, 143, 144, 145 Im Mittelland werden Niedrigwasser ausgeprägter und im Sommer kann vermehrt Wasserknappheit auftreten.29, 143, 145

Wasserbedingte Naturgefahren werden weiter zunehmen.146 Die erwartete Zunahme von Starkniederschlägen wird sich regional unterschiedlich auf das Hochwassergeschehen auswirken, da sich auch Bodenfeuchte und Schneeschmelzbeiträge verändern und beide Faktoren für die Bildung von Hochwasserspitzen in der Schweiz eine entscheidende Rolle spielen.147

In urbanen, beziehungsweise versiegelten Gebieten ist aufgrund der zunehmenden Niederschlagsintensität mit einer Zunahme von Oberflächenabfluss und Hochwasserspitzen zu rechnen.9 Ausserdem werden die Extremereignisse in Grösse (Intensität und räumliche Betroffenheit) und Häufigkeit zunehmen.141

Die Grundwassertemperaturen werden sich weiter erhöhen und die Wasserressourcen und die Trinkwasserversorgung beeinträchtigen.148 Bei Niedrigwasserverhältnissen kann es zukünftig zunehmend vorkommen, dass nicht mehr die Fliessgewässer das Grundwasser speisen, sondern das Grundwasser die Fliessgewässer.149

Anpassung

Massnahmen zur Anpassung an den veränderten saisonalen Wasserhaushalt und um der Wasserverknappung im Sommer entgegenzuwirken, umfassen effiziente Bewässerungsmethoden, die Entflechtung von Trink- und Brauchwasser, die Nutzung von Mehrzweckspeichern (z. B. von Stauseen als Energiespeicher, Hochwasserschutz, Wasserrückhalt für Bewässerung usw.) sowie lokale Nutzungseinschränkungen272, 273 oder die gezielte Auffüllung von Grundwasserspeichern.148

Die Anpassung an häufigere und intensivere Naturgefahren ist unabdingbar und beinhaltet sowohl bauliche Massnahmen, Versicherungslösungen, raumplanerische wie auch Landnutzungsänderungen und eine naturnahe Gestaltung des Gewässerraums.274 Zudem setzt eine wirksame Anpassung ausreichende öffentliche Kapazitäten sowie eine entsprechende Bereitschaft zur Bewältigung von Ereignissen voraus.

Die geringeren Schneemengen, die schwindenden Gletscher und längere Trockenperioden machen neue, effiziente Wassermanagementsysteme im alpinen Raum erforderlich, um einer möglichen Wasserknappheit entgegenwirken zu können. Der Wasserbedarf für Beschneiungsanlagen gerät ausserdem zunehmend mit dem Bedarf für die Wasserkraft und dem Trinkwasser in Konflikt.53

Brennpunkt Klima Schweiz

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